Waffenausstellung im Wohnzimmer

09.01.2011

Heute posieren in der SonntagsZeitung mehrere Politiker und -innen mit ihren persönlichen Waffen. Das ist einerseits lächerlich und andererseits beängstigend.

Meine Sonntagmorgenlektüre

CVP-Nationalrat Büchler sitzt locker in Socken und fröhlich daheim auf dem Sofa. Umgehängt sein Sturmgewehr 90. Nebendran das Weihnachtsbäumli. Idyllisch. FDP-Nationalrat Wasserfallen dagegen hängt sich das selbe Gerät um den Hals und posiert mit den Händen in den Hosentaschen. Sorgsamer Umgang mit der Waffe. SVP-Nationalrätin Geissbühler hat immerhin nur ihre Dienstwaffe umgeschnallt. Sie ist Polizistin.Ihre Fraktionskollegin Estermann hingegen hat mit ihrer Pistole grad ein Loch in die Decke geschossen. Sie wäre wohl liber ein Cowboy geworden.

So präsentieren sich die GegnerInnen der Waffeninitiative heute in der SonntagsZeitung. Ja diese Bilder sind wirklich vertrauenerweckend. Ich versuche mir zu erklären, wie jemand sich so ablichten lassen kann. Aber es bleibt unfassbar: Diese Bilder verherrlichen und verharmlosen die Waffe. Sie scheinen wie Spielzeuge, die man hinter dem Sofa liegen hat. Man hat das Sturmgewehrli schnell hervorgeholt, ein bisschen im Wohnzimmer rumgeballert und es dann wieder unters Weihnachtsbäumli gelegt. Ist es nicht beängstigend, dass unsere PolitikerInnen sich stolz so darstellen?

Immerhin ist die Initiative auf gutem Weg: Fünf Wochen vor der Abstimmung befürworten 45% die Initiative, 39% lehnen sie ab (NZZ Online). Und sympathisch ist, dass immer mehr sich dagegen äussern, auch solche von denen man es nicht unbedingt erwartet hätte. Heute neu die Mehrheit der Polizeikommandaten und Blochers Schwestern Heidi Maria Glössner und Judith Giovannelli-Blocher wie die SonntagsZeitung berichtet. Vorher schon SVP-Ständerat This Jenny, und viele Frauenorganisationen.

Argumente dagegen

Die Argumente der Gegner übertreffen sich in ihrer Absurdität. Sie reichen von "Vertrauensverlust" (s. oben, vertrauenerweckende Politiker) über "Bevormundung" (niemand soll mir sagen, was ich mit meiner Waffe tue) und "Verlust der Selbstbestimmung" (Frauen können also selber bestimmen, wann ihre Männer sie mit der Waffe bedrohen) über "Traditionsverlust" (Das Gwehrli war schon immer unter meinem Kopfkissen, ich kann nicht schlafen ohne) bis zum Plakat "Waffenmonopol für Verbrecher?" (welche übrigens zusätzlich und zufällig alle Ausländer sind). Kein einziges zeigt einen tatsächlichen Grund dafür auf, dass die Waffe zu Hause noch Sinn macht. Es geht nur um Werte wie Vertrauen und Freiheit. Wenn diese Werte tatsächlich so von der Waffe im Schrank abhängen, dann geht es der Schweiz schlecht.

Die Parole ist klar:
Am 13. Februar 2011 JA zum Schutz vor Waffengewalt.

Weitere Infos hier.